HF vs FH in der Betriebswirtschaft: Die HF zahlt sich im Schnitt schneller aus
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HF oder FH? Eine Studie im Auftrag des Verbands edu-suisse hat 2025 nachgerechnet, wie sich HF und FH finanziell auszahlen. Das Ergebnis für den Bereich Wirtschaft: Mit einem HF-Studium hast du das investierte Geld im Durchschnitt etwas mehr als vier Jahre nach dem Abschluss wieder hereingeholt, mit einem FH-Studium rund sechs Jahre nach dem Abschluss. Wir zeigen dir, woher dieser Unterschied kommt und welcher Weg zu dir passt.
HF Betriebswirtschaft oder FH-Bachelor: Welcher Weg ist der richtige?
Nach dem Abschluss des KV (EFZ) stehen viele junge Kaufleute vor einer Grundsatzentscheidung. Das Umfeld rät oft zum Studium an der Fachhochschule (FH). Wer aber weiter Geld verdienen und sein Arbeitspensum während des Studiums möglichst hoch halten will, fragt sich: Gibt es eine Alternative, die Karriere und Lohn schneller voranbringt?
Die Antwort hängt stark von deinen persönlichen Zielen ab. Wer wissenschaftliche Methoden und Forschung vertiefen will, ist an der FH richtig. Wer BWL-Wissen direkt im Job anwenden und parallel Geld verdienen will, sollte den Vergleich zwischen Höherer Fachschule und Fachhochschule genau prüfen.
Wo liegen die Schwerpunkte von HF und FH?
Der wesentliche Unterschied zwischen HF und FH liegt im Ansatz der Ausbildung.
- Die Höhere Fachschule (HF), wie sie die MBSZ anbietet, setzt auf die direkte Umsetzbarkeit im Unternehmen. Das Studium ist berufsbegleitend aufgebaut: Du arbeitest weiter und wendest das Gelernte im Berufsalltag an. Für den Start an der HF brauchst du keine Berufsmaturität. Mit einem EFZ im KV oder im Detailhandel steigst du direkt ein. Mit einem anderen EFZ oder einer Matura mit Wirtschaftsschwerpunkt bist du nach zwei Jahren kaufmännischer Berufserfahrung bei mindestens 80 Prozent Pensum zugelassen. Passt keine dieser Varianten, prüft die Schulleitung deinen Werdegang im Sur-Dossier-Verfahren.
- Die Fachhochschule (FH) verbindet Praxisbezug mit wissenschaftlichen Methoden und anwendungsorientierter Forschung. Ein FH-Bachelor lässt sich in Vollzeit oder in Teilzeit absolvieren. Für den direkten Einstieg nach dem KV brauchst du in der Regel eine Berufsmaturität (BM). Hast du keine, holst du sie zuerst nach: In Vollzeit dauert die BM nach der Lehre meist ein Jahr, berufsbegleitend länger.
Die wirtschaftliche Betrachtung: Opportunitätskosten und Rendite
Ein Studium kostet dich zweierlei: die Studiengebühren und den Lohn, der dir entgeht, weil du während des Studiums weniger arbeitest. Diesen entgangenen Lohn nennt man Opportunitätskosten. Beides hat die Studie «Bildungsrenditen an den Höheren Fachschulen» von BSS Volkswirtschaftliche Beratung im Auftrag von edu-suisse (2025) berechnet. Die Studie vergleicht HF- und FH-Absolvent:innen jeweils mit Personen, die nach der Lehre oder der Matura ohne weiteres Studium arbeiten.
Ihr wichtigster Wert ist die Bildungsrendite. Eine Bildungsrendite von 23.4 Prozent heisst nicht, dass du 23.4 Prozent mehr verdienst. Sie gibt an, wie stark sich das Geld, das du in die Ausbildung steckst, im Durchschnitt pro Jahr verzinst. Für ein HF-Studium Wirtschaft beziffert die Studie diese Investition, also Studiengebühren plus entgangenen Lohn, auf gut CHF 40’000. Für den Bereich Wirtschaft rechnet sie mit diesen zwei Modellen:
HF-Modell der Studie
Du studierst in Teilzeit und arbeitest daneben weiter.
- Studium: 6 Semester (3 Jahre) in Teilzeit bei rund 80 Prozent Arbeitspensum.
- Bildungsrendite für dich: im Durchschnitt 23.4 Prozent pro Jahr.
- Investition wieder hereingeholt: im Durchschnitt etwas mehr als 4 Jahre nach dem Abschluss.
FH-Modell der Studie
Du studierst ebenfalls in Teilzeit, arbeitest aber weniger und brauchst länger.
- Studium: 8 Semester (4 Jahre) in Teilzeit bei rund 60 Prozent Arbeitspensum.
- Bildungsrendite für dich: im Durchschnitt 18.5 Prozent pro Jahr.
- Investition wieder hereingeholt: im Durchschnitt rund 6 Jahre nach dem Abschluss.
Die Zahlen sind Modellrechnungen der Studie mit Durchschnittslöhnen im Bereich Wirtschaft und den beiden oben beschriebenen Studienmodellen, keine Werte für einen einzelnen Lehrgang. Die Studie geht davon aus, dass du nach dem Abschluss Vollzeit arbeitest. Die Zeit für eine fehlende Berufsmaturität vor der FH ist nicht eingerechnet. Berücksichtigt die Studie zusätzlich Schulleistungen und Elternhaus der Personen, sinkt die Rendite leicht, auf 22.6 Prozent für die HF und 17.6 Prozent für die FH. Die Daten stammen aus Befragungen der Jahre 2018 bis 2020, und Faktoren wie Motivation lassen sich nicht vollständig herausrechnen.
An der MBSZ kostet der Lehrgang Dipl. Betriebswirtschafter:in HF, Professional Bachelor, CHF 2’563 pro Semester inklusive Lehrmittel. Der Beitrag deines Wohnkantons ist darin bereits abgezogen, die MBSZ rechnet ihn direkt in den Preis ein. Wohnst du im Ausland oder in einem Kanton, der keine Beiträge leistet, kommen CHF 2’200 pro Semester dazu.
Einstiegslohn und Lohnentwicklung im Vergleich
Ein häufiges Argument für die FH ist, dass Bachelor-Absolvent:innen später mehr verdienen. Die Studie bestätigt das zum Teil. Für den Bereich Wirtschaft zeigt sie:
- Beim Berufseinstieg: Die Löhne von HF- und FH-Absolvent:innen liegen nahezu gleichauf.
- Ab etwa 30 Jahren: FH-Absolvent:innen verdienen im Durchschnitt mehr, weil ihre Löhne im Lauf der Karriere etwas stärker steigen.
Warum schneidet die HF in der Gesamtrechnung trotzdem besser ab? Laut Studie sind die späteren Lohnvorteile der FH zu klein, um den Vorsprung aus der Studienzeit auszugleichen: Wer die HF wählt, verdient während des Studiums mehr und schliesst früher ab. Wie sich dein eigener Lohn entwickelt, hängt von Branche und Funktion ab.
Unterschiedliche Profile
Ist HF oder FH in Betriebswirtschaft der «bessere» Abschluss?
Die beiden Abschlüsse sprechen für unterschiedliche Stärken. Mit dem HF-Diplom zeigst du, dass du als Generalist:in Wissen direkt im Unternehmen umsetzen kannst. Mit dem FH-Bachelor zeigst du, dass du wissenschaftlich und analytisch arbeiten kannst.
Welcher Weg passt zu dir?
Die Entscheidung hängt von deinem Lerntyp und deinen Prioritäten ab. Wenn du gerne wissenschaftlich arbeitest, forschen möchtest und die Berufsmaturität hast (oder nachholen willst), ist die FH ein guter Weg.
Wenn du direkt im Berufsleben weiterkommen, während der Ausbildung weiter verdienen und dir eine Position im Kader erarbeiten willst, spricht viel für die HF. Für den Bereich Wirtschaft zeigt die Studie im Auftrag von edu-suisse, dass sich ein HF-Studium im Durchschnitt schneller auszahlt als ein FH-Studium.
Buche gerne ein Beratungsgespräch an der MBSZ und besprich deinen persönlichen Karriereplan mit uns.
Spannende Weiterbildungen für dich
Nicht automatisch. Dein HF-Diplom ist in der Schweiz eidgenössisch anerkannt. Wie ein Arbeitgeber oder eine Hochschule im Ausland es einordnet, entscheidet diese selbst. In der Schweizer Wirtschaft – vor allem in KMU und im Kaderbereich – ist der HF-Abschluss als praxisnaher Abschluss der höheren Berufsbildung etabliert. Mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes, in Kraft seit dem 1. Oktober 2026, trägt er zudem offiziell den Titelzusatz Professional Bachelor.
Ja, die HF ist keine Sackgasse. Viele Fachhochschulen bieten dir eine Passerelle an: Mit dem Abschluss als dipl. Betriebswirtschafter:in HF, Professional Bachelor, steigst du verkürzt in einen Bachelor in Betriebsökonomie (BSc) ein. Je nach Fachhochschule werden dir bis zu 90 der 180 ECTS-Punkte angerechnet, und du beginnst in einem höheren Semester. An einer Universität brauchst du für den Bachelor in der Regel eine gymnasiale Maturität oder die Passerelle nach der Berufsmaturität. Einige Universitäten bieten Aufnahmeverfahren ohne Maturität an, meist mit Mindestalter und Berufserfahrung.
Die HF Betriebswirtschaft ist als berufsbegleitendes Studium über 6 Semester aufgebaut. An der MBSZ wählst du jede Woche neu deinen Unterrichtstag, aus 27 Zeitmodellen von Montag bis Samstag. Du lernst vor Ort in Zürich, im Livestream oder mit Aufzeichnungen. Welche Variante zu deinem Pensum passt, klären wir im Beratungsgespräch.
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